Community

Planung Smart Home Neubau DHH


#1

Hallo zusammen,
bisher war ich nur stiller Mitleser, aber jetzt wollte ich gerne von euren Erfahrungen profitieren. Was haben wir (2 Personen plus fast 2jährigen Sohn) vor?

Wir bauen eine DHH mit insgesamt 3 Etagen plus Keller und wir würden gerne unser Haus ein bisschen smarter machen. Geplant wären Lichtsteuerung, elektrische Rollläden, Fenstersensoren und Fußbodenheizung über den homee zu steuern. Bisher haben wir unser Licht in der Wohnung über Alexa/Echo Plus/TRÅDFRI/Innr gesteuert.

Nun stellt sich natürlich die frage, welche Komponenten sind die „Besten“ für unser Vorhaben hinsichtlich Rollläden und Fußbodenheizung oder auch Bewegungsmeldern für die Lichtsteuerung.

Lichtsteuerung:
Hier werden wir wohl die meisten Dinge über den Echo Plus steuern und in verschiedenen Räumen Echo Dots platzieren für die Sprachsteuerung. Daneben sollen aber Bewegungsmelder vorhanden sein um z.B. die Treppenbeleuchtung automatisch einzuschalten oder das Dielenlicht, bei Betreten des Hauses. Hier ist noch anzufügen, dass wir zwei Stubentiger haben und die Melder auf die Beiden nicht reagieren sollten.

Elektrische Rollläden:
Ganz klare Frage hier: welcher Rollladenmotor und welche Funkaktoren? In allen Stockwerken wird dies benötigt, außer dem Keller. Womit habt ihr gute Erfahrungen gesammelt?

Sicherheit:
Erstmal nur Fenstersensoren, die anzeigen, ob das Febster auf oder zu ist. Inwieweit hier eine Steuerung einer trägen Fußbodenheizung Sinn macht? Gerne würde ich eure Meinung hierzu hören.

Fußbodenheizung:
Viel über tado gelesen, aber mir unsicher, ob und wie dies einbinden. Und ob die Mehrkosten gerechtfertigt sind.

Gerne könnt ihr auch Beispiele anbringen, wie ihr bestimmte Dinge gelöst habt. Die meisten von euch standen ja auch am Anfang vor diesen Fragen. Bin offen für alle Anmerkungen, Kritik und Lösungsvorschläge und ob ich etwas vergessen habe. Bin bis jetzt noch kein homee-Besitzer. Vielen Dank schon mal und einen schönen ersten Weihnachtsfeiertag.

Gruß Stefan


#2

Unsere REH bewohnen wir schon seit nunmehr 20 Jahren. Damals gab es SmartHome noch gar nicht. Wir haben keinen Keller, aber EG, 1.OG, 2.OG und Dachboden mit Kombitherme.
In EG und 1.OG laufen die meiste Beleuchtung über Smarte Leuchtmittel, die via Alexa geschaltet werden. Für den Fallback haben wir die Wandschalter belassen. So kann man bei Ausfall des Systems, wenigstens noch per Hand das Licht einschalten (einmal aus und wieder an läßt die meisten HUE-Leuchten auf 100% an gehen). Im Eingangsbereich haben wir einen Smarten Doppeltaster, an dem wir “Alles Licht aus” und “Nach Hause komme Licht” per Taster schalten können, da im Flur keine Alexa ist.
Wenn ich heute neu bauen würde und das Budget hätte, würde ich hinter jedem Lichtschalter ein Smarts Relais verbauen. Dann hätte man Ausfallsicherheit (schaltet lokal auch ohne homee und Kompfort in einem.

BWM benutzen wir nur für Alarmierung und nicht für die Lichtsteuerung. Hier findest Du etliche Diskusstionen über Probleme, dass bei einigen das Licht zu spät oder unzuverlässig an geht, aber auch einige, bei denen es funktioniert.
Das Thema Stubentiger ist in der Regel eine individuelle Einstellungssache der Empfindlichkeit der BWMs. Für unseren Stubentiger habe ich eine Einstellung gefunden, dass es nicht (oder nur sehr, sehr selten mal) zu Fehlalarmen kommt. Das hängt aber vom Modell des BWMs der Erfassungsentfernung, den baulichen Gegebenheiten und natürlich vom Kampfgewicht des Stubentigers ab.

Zu Rolläden kann ich nichts sagen. Die sind bei mir noch nicht versamtet.

Kann man mit Fenstersensoren machen. Da gibt es diverse AP-Rahmenmodelle unterschiedlicher Hersteller. Die Einbaumodelle “Sensative Stripes” werden hier sehr kontrovers diskutiert. Eine weitere Möglichkeit sind smarte Fenstergirffe Stichwort “Hoppe Secusignal” und kompatible.

Tado ist definitv nicht mit homee kompatibel und wird es auf absehbare Zeit auch nicht sein.
Bei der Trägheit einer FBH von ca. 3-4h macht smart nicht wirklich Sinn. Da ist eine Außentemperatur geführte Steuerung sinnvoller. Selbst eine Nachtabsenkung bringt hier nur wenige Ersparnis, wenn das Haus, wie heute vorgeschrieben, vernünftig gedämmt ist.

Bei mir habe ich noch die Warmwasserzirkulation versmartet. Die Pumpe läuft nur noch für 60sec an, wenn ich über Alexa das Kommando dazu geben. Das ist bei uns sinnvoll, da der Weg des warmen Wasser vom Dochboden über zwei Stockwerke bis in die Küche im EG doch etwas lang ist. Da fließt sonst schon so einiges ins Waschbecken, bis es warm wird.

Die Gartenbewässerung über einen Schlagbrunnen mit Pumpe habe ich mit 2 Garden Magnetventilen, 2 Netzteilen und 2 Osram-Plugs eher konventionell gelöst, funktioniert aber einwandfrei.


#3

Vielen Dank für die Rückmeldung.

Bin aktuell noch ganz am Anfang der Planungen und lese fleißig, welche Probleme so auftreten können.

Fragen, die sich mir hierbei stellen: möglichst verschiedene Funkstandards nutzen? Problematik mit z-Wave und dessen Stabilität. Bei batteriebetriebenen Geräten auf enoccean setzen?

Gibt es von eurer Seite aus Geräteempfehlungen für meine beabsichtigten Bereiche? Wie z.B. Fibaro für die Rolläden etc. Welcher Motor? usw.

Das tado nicht von homee unterstützt wird, ist mir bekannt und würde ich eventuell in Kauf nehmen. Wie sind hier eure Erfahrungen? Bin unschlüssig wegen der Trägheit der FBH und der Sinnhaftigkeit.

Sollte ich noch irgendwas beachten oder gibt es Dinge, über die ihr am Anfang gestolpert seid oder einfach nicht bedacht wurden?

Vielen Dank schon mal.


#4

wenn viel Beton auf mehreren Ebenen, dann was mit Kabeln in Erwägung ziehen… Auch wenn teurer…

Oder Enocean mit dem Eltako-Repeater…


#5

Schau Dir vorher ernsthaft auch mal kabelgebundene Alternativen an (Loxone, KNX, digitalstrom). Funk ist eine bitch und auf der Fläche in einem Neubau (mit wahrscheinlich viel Stahlbeton) wirst Du viel Frust erleben und eine steile Lernkurve, Frusttoleranz und viel Duchhaltewille brauchen.

Das habe ich hier schon gefühlte Dutzende Male geschrieben und ich werde es immer wieder schreiben.

Was die Fussbodenheizung angeht: Die Smart machen zu wollen macht nicht viel Sinn (wegen der Trägheit). Der einzige Grund warum ich auf die HeatIt Z-Wave-Wandthermostate (230v) warte ist der. dass ich hier drei Frauen habe, die gerne mal die Temperatur hochstellen (oder zukünftig werden), was ich dann elegant in der Nacht oder am späten Abend wieder übersteuerm könnte und weil kleine geflieste Räume (Bad) morgens etwas hoch geheizt werden könnten (Komfort). Eine Kopplung an den Hausstatus (Abwesend) macht bei uns (meine Frau ist Hausfrau, die Kleinste gerade mal 16 Momate alt) keinen Sinn, einzig Urlaubsanwesenheit könnte sinnvoll sein, sofern das nicht mit anderen Funktionen (Alarmierung) kollidiert.

Wenn Du auf Funk setzen willst (ich empfehle es bei einem Neubau nicht), dann würde ich empfehlen für Sensoren (Fenstersensoren oder gleich Hoppe Secusignal Griffe, Temperatur, Feuchtigkeit, usw.) gleich auf Enocean zu setzen (das Batterienwechseln nervt sonst schnell) und im Haus Platz (mit 230v in abgehängter Decke oder in der FBH-Verteilung) für Enocean-Repeater, deren externe Antennen Du irgendwie rausführen kannst, vorzusehen.

Ansonsten auf TIEFE Dosen ÜBERALL bestehen (damit Platz für UP-Module und Verkabelung ist), strukturierte Netzwerk-Gebäudeverkabelung (CAT7) in JEDEN Raum (mindestens eine Doppeldose pro Raum), zusätzlich zwei Netzwerk-Doppeldosen hinter dem Fernseher, separaten 19“-(Hänge-)Schrank fürs Netzwerk nahe an den Versorgungsleitungen, Speedpipe zur Grundstückgrenze, eingeführt mit den anderen Hausanschlüssen (fürs Einblasen des Glasfaseranschluss), separate Absicherung für jeden Raum, ggf. die Steckdosen und die Lichtdosen vom Verteilschrank anfahren, dass Du Relais/Dimmer im Schaltschrank verbauen kannst, Stromversorgung für den Garten (Leerrohre für Licht, Auswendosen) und zusätzliche Leerrohre für E-Lader, Netzwerk. Normalstrom zum Carport/Garage/Stellplätze, überall Taster statt Wippen (warum heute noch Wippen verbaut werden, werde ich nie verstehen), wählt ein Schalterprogramm in neutralen Farben für das ihr in 10 Jahren noch Teile in Eurem Farben nachkaufen könnt (Gira oder Jung), zusätzliche Leerdosen an der Aussenhülle für spätere Nachrüstung von Netzwerkcams, Lampen, Markise, usw.


#6

Danke für die ausführliche Antwort :+1:

Sagen wir mal so, aus kostentechnischen Gründen kommt für uns Funk in Frage. Zumal wir keine Power-User sein werden.

Hauptsächlich wäre die Rollladen-Steuerung für das Erdgeschoss und Obergeschoss, daher wäre es mit Funk höchstwahrscheinlich noch machbar.

Bzgl. des Funkstandards wäre ich komplett offen. Herausgelesen habe ich hier im Forum, dass homee und z-Wave doch gewisse Probleme haben können. Wäre enocean hier die bessere Alternative, wenn man von Beginn an die Auswahlmöglichkeit hat? Über die Repeater würde die Reichweite deutlich verbessert werden? Bildet sich dort wie bei z-Wave ein Mesh auf?

Tado wäre eh nur Spielerei, die nebenbei laufen würde. Daher bin ich da auch noch unschlüssig.

Sind ja schon einige Empfehlungen für Produkte genannt worden. Gibt es hier für die einzelnen Bereiche „das Produkt“, bei dem wenige Fehler auftreten? Bin da relativ ratlos, da ich auch im Bereich Elektrik null Ahnung habe :see_no_evil::joy::crazy_face:


#7

Nein, das Signal wird nur repeatet/verstärkt (das geht maximal zwei Mal). Bei einem Mesh hast Du im Gegensatz alternative Verbreitungswege (A erreicht D über B oder C).

Enocean in Verbindung mit dem homee ist was die Aktoren angeht etwas beschränkt - Du hast keine so riesige Auswahl zu guten Preisen wie bei Z-Wave.

Naja, jeder fängt mal klein an, aber bei Funk ist Du von vornherein darauf angewiesen gross und gut zu planen, damit Du auch die oberen Stockwerke stabil erreichst.

homee hat nicht gerade eine überragende Funkleistung, da ist eine grosse Zahl an Aktoren fürs Meshing (Z-Wave, ZigBee) umso wichtiger, wenn Du nicht basteln willst (Stichwort Antennenhacks).

Es gibt auch alternativ andere Zentralen, welche solche Probleme nicht haben (z.B. der homey), allerdings fehlt denen dann meist das eine oder andere Funkprotokoll (z.B. Enocean), diese machen das aber durch mehr Dritteinbindungen (z.B. Hue oder Sonos) und offenere Architekturen (Plugins) wieder wett.

Ich will Dir nicht pauschal vom homee abraten, aber ich sage noch mal: Schau Dir alternativ zumindest mal digitalstrom (Mittelweg, weil Verkabelung = normales Stromnetz) und eine andere Zentrale an und lege Dich nicht zu früh auf ein Produkt fest.